Rückblick: Europäische Bürgerreise nach Polen im Mai 2018

Reiseverlauf herunterladenLeitet Herunterladen der Datei ein

 

Zu einer 9-tägigen Bildungs- und Begegnungsreise nach Polen, gedacht als eine europäische Bürgerreise, hatte die Europa-Union Kassel eingeladen - und 36 Europäer aus Nordhessen waren der Einladung gefolgt. Diese Rundreise führte heraus  aus Deutschlands Mitte (= Kassel) nach Posen (= Poznan), über Warschau (= Warszawa) nach Krakau (= Krakòw), weiter nach Breslau (= Wroclaw), und nach Hause zurück.

 

Unten weiterlesen ...

 

In Warschau wies ein interessanter Vortrag von Herrn Dr. Pravda auf die Besonderheiten der polnischen Situation in der EU hin. Freundlicherweise wurde dieser Beitrag dokumentiert, Sie können ihn hier Leitet Herunterladen der Datei einnachlesen (Download).

 

 

 

 

Reisebericht

 

Aufgrund persönlicher Kontakte des Öffnet internen Link im aktuellen Fensterdeutsch-polnischen Bürgerforums, einer neuen Initiative innerhalb der Europa-Union Kassel, zeichnete sich diese Reise in unser Nachbarland Polen aus durch vielfältige und sehr unterschiedliche Begegnungen. Die liebevoll, überwiegend restaurierten Städte, außer Krakau, wurden den Reisenden durch kompetente, perfekt deutsch sprechende angenehm humorvolle polnische Begleiter gezeigt. („Polnisch sei schwer zu erlernen? Bei uns kann es schon jedes 2-jährige Kind, wo ist die Schwierigkeit?“)

 

Alle 4 Städte sind geprägt durch ihre Flusslage: an Warthe, Weichsel und Oder, na, da fühlen die Kasseler sich doch gleich wohl! Und in allen Städten begegneten den Reisenden auf Schritt und Tritt die unheilvolle Geschichte Polens. Denn das Königreich Polen war vor 300 Jahren noch einer der größten und einflussreichsten Staaten in Europa. Danach verschwand es durch die gewaltsame Aufteilung auf Österreich-Ungarn, auf Russland und das deutsche Preußen für 123 Jahre von der europäischen Landkarte. Erst 1918, vor 100 Jahren, nach Ende des 1. Weltkriegs erlangte es seine Souveränität wieder. Und nur 21 Jahre später, 1939, wurde Polen überfallen von „Hitler-Deutschland“. Zu den übergreifenden Zielen der deutschen Besatzungspolitik im gesamten Gebiet gehörte die Ausschaltung und Vernichtung der polnischen Juden und der polnischen Intelligenz. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es dem Einflussbereich der Sowjetunion zugeschlagen und wurde als Volksrepublik Polen Teil des Warschauer Pakts. Seit 2004 gehört Polen zur Europäischen Union.

 

 

 

Unsere Gespräche und Begegnungen:

 

in Posen mit Herrn Kaspar Czapracki, dem tapferen 1.Vorsitzenden des Vereins „Europa. Unia. Polska“, ein kleiner Verein, der für europäische Werte streitet

 

in Warschau mit der klugen sehr jungen Vertreterin der „Robert-Schumann-Stiftung, die Anregungen für die Europa-Union Kassel gab und mit einem nachdenklichen offiziellen Vertreter der Europäischen Union in Polen Herrn Dr. Marek Prawda, der auf Besonderheiten der polnischen Situation in der EU hinwies. So ist zum Beispiel  der faire Wettbewerb in der EU nicht ausreichend gesichert: Die für Polen typischen kleinen mittelständischen Unternehmen können sich oft nicht behaupten und werden von den „Großen“ schon früh aufgesogen oder vom Markt verdrängt.

 

in Krakau-Kazimierz mit dem Leiter des „Zentrums für Jüdische Kultur“ Herrn Dr. Joachim Russek, der die Aktivitäten des Zentrums vorstellte, die sich an Polen richteten, nicht an Juden.

 

in Kreisau, unweit von Krakau, mit Frau Nelly Wacker, die junge Bildungsreferentin der internationalen Jugendbegegnungsstätte der Kreisauer Stiftung für europäische Verständigung, ein Ort zum Träumen mit Ausblick auf das „Eulengebirge“

 

in Breslau begegneten die Reisenden dem Vorsitzenden der „Edith-Stein-Gesellschaft“, Herrn Wittek, und lernten das Leben der Breslauer Jüdin Edith Stein kennen, die innerlich und gedanklich einen weiten Weg gegangen ist und als katholische Nonne 1942 in Auschwitz ermordet wurde. Der aus Polen stammende Papst Johannes Paul II ernannte sie 1999 zur Patronin Europas.

 

Fazit:

In Anlehnung an ein Wort des Europäers Ph.Melanchthon „Wir sind zum Gespräch geboren. Geborenes und gebildetes Leben. Die Zusammenhänge verstehen.Ins Gespräch kommen. Wenn dann einer ruft: Sein oder Nichtsein? Das ist hier die Frage. Dann sind wir zum wechselseitigen Gespräch geboren“

 

Wir sollten in Europa im Gespräch bleiben. In diesem Sinne lädt die Europa-Union Kassel ein zu einer Deutsch-Französisch-Polnischen Bürgerbegegnung vom 15. bis 18. November 2018

Haben Sie Lust mitzumachen,Öffnet internen Link im aktuellen Fenster dann kontaktieren Sie uns. 

 

 

DEUTSCH-POLNISCHES PROJEKT - GESCHICHTSBUCH

Im Rahmen der für Oktober 2018 geplanten trinationalen Bürgerbegegnung in Kassel wird Dr. Dominik Pick das herausragende deutsch-polnische "Geschichtslehrwerk Europa. Unsere Geschichte", das auf  Deutsch und Polnische erschienen ist, präsentieren.

 

 

Projekt: Schulbuch – Geschichtsdidaktik
Partner: Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI)
Ort: Berlin, Braunschweig
Termin: 2012 - 2018
Finanzierung: Außenministerium, Kulturministerium, Stiftung für Deutsch-
Polnische Zusammenarbeit (Polen); Auswärtiges Amt, KMK (Deutschland)

 

Geschichte
Im Januar 2008 regten die Außenminister Polens und Deutschlands die Idee eines deutsch-polnischen Geschichtsbuch an und beauftragten die Gemeinsame Deutsch-Polnische Schulbuchkommission, ein Konzept hierfür zu entwickeln. Im Mai 2008 hat das Projekt offiziell begonnen. Es konstituierte sich eine deutsch-polnische Projektgruppe, bestehend aus wissenschaftlichen und politischen Akteuren beider Länder.

 

Ziele
Ziel des Projektes ist eine Schulbuchreihe, die im deutschen und polnischen Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I in identischer Form, lediglich in unterschiedlichen Sprachfassungen, eingesetzt werden soll. Bedeutsam ist, dass es sich nicht um ein Zusatzmaterial, sondern um ein staatlich zugelassenes Schulbuch für das Fach Geschichte handeln wird, das den Lehrplänen beider Länder entspricht.


Bedeutung
Das Projekt ist von hoher bildungs- und wissenschaftspolitischer Bedeutung für die deutsch-polnischen Beziehungen. Beide Seiten zeigen damit ihren Willen, die geschichtlichen Erfahrungen des Nachbarlandes in der schulischen Vermittlung von Geschichte mit einfließen lassen und den Wissenschaftsdialog über historische Themen vertiefen zu wollen.

 

Konzept
Am 1. Dezember 2010 hat die Projektgruppe in Warschau Empfehlungen für die Erarbeitung eines gemeinsamen Geschichtsbuchs an hochrangige Vertreter der Politik aus Polen und Deutschland übergeben. Der Expertenrat des Projektes macht darin konzeptionelle Vorschläge für die Gestaltung der Schulbuchbände. Diese Vorschläge umfassen ein didaktisches Rahmenkonzept sowie fünf Epochenteile von der Antike bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts und nähern sich zentralen Fragen der europäischen und der globalen Geschichte aus deutsch-polnischer Perspektive.

 

Planungen
Für die Arbeit eines deutsch-polnischen Verlagstandems liefern die Empfehlungen des Expertenrates wichtige Grundlagen. Im Frühjahr 2012 hat das Projekt „Deutsch-Polnisches Geschichtsbuch“ seine nächste Projektphase begonnen. Nachdem auf deutscher wie polnischer Seite Verlage als Partner gewonnen werden konnten, wurde mit der Arbeit an den einzelnen Bänden begonnen. Auf der polnischen Seite ist der Verlag Wydawnictwa Szkolne i Pedagogiczne WSiP, auf der deutschen Seite die
Eduversum GmbH der Verlagspartner des Projektes. Der erste Band der Schulbuchreihe soll 2016 erscheinen.

 

Organisation
Neben einem deutsch-polnischen Steuerungsrat wurde ein binationaler Expertenrat eingerichtet, der den Arbeits- und Publikationsprozess wissenschaftlich begleitet. Dessen Vorsitzende sind Prof. Michael G. Müller (Halle) und Prof. Robert Traba (Berlin/Warschau). Die wissenschaftliche Koordination des Projekts wurde auf der deutschen Seite Prof. Eckhardt Fuchs, dem Direktor des Georg-Eckert-Instituts übertragen; auf der polnischen Seite fungiert Prof. Igor Kąkolewski (Berlin/Warschau) als wissenschaftlicher Koordinator. Auf der deutschen Seite vertritt der Kultusminister des Landes Brandenburg Günter Baaske die Interessen der Kultusministerkonferenz in diesem Projekt, auf der polnischen Seite fungiert die Vize-Ministerin im Bildungsministerium Marzenna Drab als nationale Projektbeauftragte. Alle Gremien sind paritätisch besetzt. Das Projekt wird gleichermaßen von den Regierungen beider Länder finanziert.

 

Öffnet externen Link in neuem FensterKONTAKT: Öffnet externen Link in neuem FensterDominik Pick / Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zentrums für
Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften in
Berlin