Bisherige Aktivitäten des Deutsch-Polnischen Bürgerforums

15. bis 18. Novmeber 2018: Mitwirkung bei der Europäischen Bürgerbegegnung: Workshop zum Europäischen Geschichtsbewusstsein und Polenmobil des DPI Darmstadt

 

11. November 2018: Musikalischer Festakt: 100 Jahre Unabhängigkeit Polens

 

19. bis 27. Mai 2018: Europäische Bürger-Reise nach Polen

 

11. Mai 2018: Europa? Europa mit uns allen! Auf dem Wege zu einer gelebten Europäischen Bürgerschaf, Bürgersaal im Rathaus

 

22. November 2017 – Lesung mit Matthias Kneip „111 Gründe Polen zu lieben“, Buchhandlung am Bebelplatz

 

seit September 2017 – Lesezirkel - polnische Literatur in Kassel (trifft sich alle 6 Wochen: 9 Teilnehmer - Koordination: Barbara-Hoffmann Kannegiesser und Krystyna Götz)

 

19. Juni 2017 – Gesprächsrunde mit Maciej Przybyszewski, Mitarbeiter im Posener Marschallamt, zuständig für die Regionalpartnerscahft Hessen-Wielkopolska, Rathaus

 

seit Juni 2017 – Beteiligung an zahlreichen Treffen des Organisationsteams zur Vorbereitung der trinationalen Bürgerbegegnung im Herbst 2018

 

10. und 11. Mai 2017 – Akteurskonferenz, französisch-polnisch-deutsche Bürgerbegegnung, Bürgersaal im Kasseler Rathaus

 

9. März 2017 - „ Polen contra Europa. Zur politischen Situation in Polen“ Diskussion mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments Prof. Dr. Krasnodȩbski – PiS / Polen und Thomas Mann- CDU / Deutschland, Stadtteilzentrum Vorderer Westen

 

3.-12. Mai 2016 – Ausstellung zur Deutsch-Polnischen Geschichte in der Ernst-Reuter-Schule in Kassel; Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut in Darmstadt

 

22. November 2016 - „Von der Fulda an die Weichsel und zurück“ Ein Gespräch mit Krystyna Götz über deutsch-polnische Zusammenarbeit im Schul- und Bildungsbereich Moderation – Dr. Sebastian Pietrzak, Zum Bergarten, Kirchditmold

 

4. Mai 2016 – Bürgerforum; „25 Jahre Deutsch-Polnischer Freundschaftsvertrag. Bewährtes und neue Herausforderungen“, Diskussion mit sieber Referenten – World Cafe im Bürgersaal

 

3.-12. Mai 2016 – Ausstellung zur Deutsch-Polnischen Geschichte in der Ernst-Reuter-Schule in Kassel; Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut in Darmstadt

 


 

Rückblick: Europäische Bürgerreise nach Polen im Mai 2018

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Zu einer 9-tägigen Bildungs- und Begegnungsreise nach Polen, gedacht als eine europäische Bürgerreise, hatte die Europa-Union Kassel eingeladen - und 36 Europäer aus Nordhessen waren der Einladung gefolgt. Diese Rundreise führte heraus  aus Deutschlands Mitte (= Kassel) nach Posen (= Poznan), über Warschau (= Warszawa) nach Krakau (= Krakòw), weiter nach Breslau (= Wroclaw), und nach Hause zurück.

 

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In Warschau wies ein interessanter Vortrag von Herrn Dr. Pravda auf die Besonderheiten der polnischen Situation in der EU hin. Freundlicherweise wurde dieser Beitrag dokumentiert, Sie können ihn hier Leitet Herunterladen der Datei einnachlesen (Download).

 

 

 

 

Reisebericht

 

Aufgrund persönlicher Kontakte des Öffnet internen Link im aktuellen Fensterdeutsch-polnischen Bürgerforums, einer neuen Initiative innerhalb der Europa-Union Kassel, zeichnete sich diese Reise in unser Nachbarland Polen aus durch vielfältige und sehr unterschiedliche Begegnungen. Die liebevoll, überwiegend restaurierten Städte, außer Krakau, wurden den Reisenden durch kompetente, perfekt deutsch sprechende angenehm humorvolle polnische Begleiter gezeigt. („Polnisch sei schwer zu erlernen? Bei uns kann es schon jedes 2-jährige Kind, wo ist die Schwierigkeit?“)

 

Alle 4 Städte sind geprägt durch ihre Flusslage: an Warthe, Weichsel und Oder, na, da fühlen die Kasseler sich doch gleich wohl! Und in allen Städten begegneten den Reisenden auf Schritt und Tritt die unheilvolle Geschichte Polens. Denn das Königreich Polen war vor 300 Jahren noch einer der größten und einflussreichsten Staaten in Europa. Danach verschwand es durch die gewaltsame Aufteilung auf Österreich-Ungarn, auf Russland und das deutsche Preußen für 123 Jahre von der europäischen Landkarte. Erst 1918, vor 100 Jahren, nach Ende des 1. Weltkriegs erlangte es seine Souveränität wieder. Und nur 21 Jahre später, 1939, wurde Polen überfallen von „Hitler-Deutschland“. Zu den übergreifenden Zielen der deutschen Besatzungspolitik im gesamten Gebiet gehörte die Ausschaltung und Vernichtung der polnischen Juden und der polnischen Intelligenz. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es dem Einflussbereich der Sowjetunion zugeschlagen und wurde als Volksrepublik Polen Teil des Warschauer Pakts. Seit 2004 gehört Polen zur Europäischen Union.

 

 

 

Unsere Gespräche und Begegnungen:

 

in Posen mit Herrn Kaspar Czapracki, dem tapferen 1.Vorsitzenden des Vereins „Europa. Unia. Polska“, ein kleiner Verein, der für europäische Werte streitet

 

in Warschau mit der klugen sehr jungen Vertreterin der „Robert-Schumann-Stiftung, die Anregungen für die Europa-Union Kassel gab und mit einem nachdenklichen offiziellen Vertreter der Europäischen Union in Polen Herrn Dr. Marek Prawda, der auf Besonderheiten der polnischen Situation in der EU hinwies. So ist zum Beispiel  der faire Wettbewerb in der EU nicht ausreichend gesichert: Die für Polen typischen kleinen mittelständischen Unternehmen können sich oft nicht behaupten und werden von den „Großen“ schon früh aufgesogen oder vom Markt verdrängt.

 

in Krakau-Kazimierz mit dem Leiter des „Zentrums für Jüdische Kultur“ Herrn Dr. Joachim Russek, der die Aktivitäten des Zentrums vorstellte, die sich an Polen richteten, nicht an Juden.

 

in Kreisau, unweit von Krakau, mit Frau Nelly Wacker, die junge Bildungsreferentin der internationalen Jugendbegegnungsstätte der Kreisauer Stiftung für europäische Verständigung, ein Ort zum Träumen mit Ausblick auf das „Eulengebirge“

 

in Breslau begegneten die Reisenden dem Vorsitzenden der „Edith-Stein-Gesellschaft“, Herrn Wittek, und lernten das Leben der Breslauer Jüdin Edith Stein kennen, die innerlich und gedanklich einen weiten Weg gegangen ist und als katholische Nonne 1942 in Auschwitz ermordet wurde. Der aus Polen stammende Papst Johannes Paul II ernannte sie 1999 zur Patronin Europas.

 

Fazit:

In Anlehnung an ein Wort des Europäers Ph.Melanchthon „Wir sind zum Gespräch geboren. Geborenes und gebildetes Leben. Die Zusammenhänge verstehen.Ins Gespräch kommen. Wenn dann einer ruft: Sein oder Nichtsein? Das ist hier die Frage. Dann sind wir zum wechselseitigen Gespräch geboren“

 

Wir sollten in Europa im Gespräch bleiben. In diesem Sinne lädt die Europa-Union Kassel ein zu einer Deutsch-Französisch-Polnischen Bürgerbegegnung vom 15. bis 18. November 2018

Haben Sie Lust mitzumachen,Öffnet internen Link im aktuellen Fenster dann kontaktieren Sie uns. 

 

Vortrag Dr. Pravda in Warschau am 21. Mai 2018

Europa muss sich neu erzählen, die alten (und immer noch richtigen) Botschaften greifen bei vielen Menschen nicht mehr (z.B. die friedenssichernde Funktion der Gemeinschaft).

 

Gegen die „Klima“-Verschlechterung in der EU, die „kollektive Amnesie“, setzen die NGO den Bürgerdialog. Ein erlebtes Beispiel dafür sind die von den Dorfvorstehern betriebenen kommunalen Versammlungen zur Vorbereitung des polnischen EU-Beitritts im Jahre 2004; ohne diese Vermittlungsarbeit wäre es nicht zur Zustimmung von 92% gekommen. Die polnische EU-Bilanz ist durchweg positiv. Auf dem Land trägt die EU-Agrarpolitik noch heute, die Bauern sind in der EU zu wirtschaftlichen Gewinnern geworden, Polen wurde vom Netto-Importeur zum Netto-Exporteur von Agrarprodukten innerhalb Europas. Trotz schrumpfendem EU-Haushalts infolge des „Brexits“ um ca. 40 Mrd. Euro erhält Polen zusätzlich 4 Mrd. Euro.

 

Die klassischen Medien sind nicht interessiert an EU-Themen, die jüngere Generation nutzt die sozialen Medien und lässt sich hier ansprechen. Blogger bedienen sich allgemein einer präzisen Sprache („Genies der Worte“) -  sie sind empfänglich für bzw. interessiert an Informationen zu Europa; im Dialog der EU-Kommission (Dr. Pravda)  mit ihnen wurden gute, vielleicht auch anderswo nutzbare Erfahrungen gesammelt.  

 

In Polen geht es um eine „zivilisatorische Option“: Polen bietet wie andere EU-Länder das Bild einer „toxischen Lage“ der Innenpolitik insbesondere im Verhältnis zur EU– gegen den antizipierten (mentalen) EU-Austritt müssen die Europäer eine verständlichere Sprache und auch deutliche Worte setzen: das Verbindende herausstellen, also gerade nicht nach einem Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten streben! Die (Kritik an der) PIS-Politik sollte indessen nicht den Blick darauf verstellen, dass immer noch eine Mehrheit der Polen eine positive Haltung zu Europa einnimmt. Die Europäer sollten darüber hinaus auch nicht vergessen, dass die polnischen Partner vielleicht manchmal auch „anders denken“. Kontraproduktiv wäre deshalb, wenn Polen aus der Position der Augenhöhe etwa in den laufenden Haushaltsverhandlungen mit der EU gedrängt würde.

 

Die EU wurde Opfer ihres eigenen Erfolgs, Neid tritt an die Stelle berechtigten Stolzes und führt die liberalen Demokratien in die Krise. So spielten die unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnisse im Vergleich zum EU-Standard vor dem Beitritt Polens (1 : 10) kaum eine Rolle, heute (1 : 3) wird diese Differenz in Polen kritisch gesehen (Neid: Polen als „verlängerte Werkbank“ von VW o.ä, geringer Lohn gegenüber hohen Fahrzeugpreisen). Die Anpassung geht vielen, vor allem jungen Leuten nicht schnell genug (Beispiel der Tochter, die nach dem Studium in England nun auch europäische Vergütung erwartet). Die Bürger hören, es sei alles positiv, was beim Einzelnen so aber nicht (mehr) ankommt.

 

Die politischen Rattenfänger gefährden mit EU-feindlichen Maßnahmen die Grundlagen der EU (und der Mitgliedstaaten!), sie bieten einfache Lösungen an, obwohl die Probleme komplex sind. Sie untergraben aus Gründen der Sicherung ihrer politischen Machtstellung (das Vertrauen der Menschen in) die Rechtsstaatlichkeit. Die Populisten kaufen sich Wählerstimmen mit sozialen Leistungsversprechen (z.B. 500 PLN Kindergeld monatlich).

 

Der Rechtsstaat sichert die Rahmenbedingungen des wirtschaftlichen Wettbewerbs; der faire Wettbewerb ist in der EU aber nicht ausreichend gesichert: Die für Polen typischen KMU können sich oft nicht behaupten und werden von den „Großen“ schon früh aufgesogen oder vom Markt verdrängt. Die kleineren „Innovativen“ müssen besser gefördert werden, der Zugang zum Markt gegen oligopoläre Tendenzen geschützt und die Vielfalt der Märkte gestärkt werden. Nachdem der EU-Start in Polen gelungen war, ist nun die Frage nicht geklärt, mit welchen (politischen/ökonomischen) Instrumenten dies gelingen kann.

 

Welche Chancen bietet die EU? Mit Macron sollte auf die Stärkung der Mitgliedstaaten durch die EU gesetzt werden, die nationalen Stärken gefördert und nicht geschliffen werden. Die EU-Institutionen bedürfen der Reform zwecks Stärkung des Projekts Europa „von unten“. Europa neu erzählen, das verlangt vor allem eine klarere Sprache und neue Bilder bzw. Botschaften, um sich gegen die populistischen politischen Moden zu behaupten; richtige Grundwerte (wie der Friedensimperativ) müssen deshalb ja nicht aufgegeben werden. Die Krise des polnischen Rechtsstaats (s. das Rechtsstaatsverfahren der EU-Kommission) gehört wohl eher nicht in diese Kategorie, die aufgeworfenen Fragen greifen vielleicht Intellektuelle auf, betreffen aber kaum ein praktisches Problem des Normalbürgers.

 

Die neuen Bilder werden kaum top down durchgesetzt werden können, ihre Entwicklung ist gerade eine große Chance der Bürgerbewegungen. Die Bürger der Union erkennen, was hier auf dem Spiel steht; sie können in vielfältiger Form, durch zwischenstaatliche Kooperationen, Begegnungen und Demonstrationen das Thema Europa (be-)leben. Not tut eine permanente Überzeugungsarbeit der Europäer, dass die polnischen Probleme besser in der EU als nur im nationalen Rahmen gelöst werden können!

 


Europäische Bürger-Reise nach Polen: 19. bis 27. Mai 2018

Polen und Deutschland verbindet eine über tausendjährige wechselhafte Nachbarschaft. Dank aufrichtiger Bemühungen herausragender Persönlichkeiten beider Länder ist eine schwierige Aussöhnung nach dem 2. Weltkrieg von Polen und Deutschen gelungen. Diese Bemühungen mündeten in dem Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit. Seit dem 1. Mai 2004 ist Polen Mitglied der Europäischen Union. Unsere Bürger-Reise nach Polen möchte diesen Weg der Verständigung durch Bürgerbegegnungen und vielfältige Kontakte vertiefen. 

 

Leitet Herunterladen der Datei einLeitet Herunterladen der Datei einAlle Details entnehmen Sie bitte dem ausführlichen Flyer. Das Wichtigste in Kürze:

• Fahrt im modernen Reisebus ab / bis Kassel
• 8 x Übernachtung mit Frühstück in Hotelanlagen der guten und gehobenen Mittelklasse
• 8 x Abendessen im Hotel
• Besichtigung von Poznan mit einem lokalen deutschsprechenden Reiseführer, ca. 2 h
• Besichtigung von Warszawa mit einem lokalen deutschsprechenden Reiseführer, ca. 4 h
• Besuch des POLIN Museums mit einem Museumsführer
• Besuch des Museums des Warschauer Aufstandes mit Führung durch einen deutschsprechenden
Museumsführer
• Besuch der Oper „Feuervogel“ in Warschau
• Besichtigung von Krakow mit zwei lokalen deutschsprechenden Stadtführerinnen, ca. 3 h
• Eintritt in die Marienkirche
• Besuch des Chopins Konzert in Krakau, 1 x Glas Wein während des Konzertes
• Besichtigung von Kazimierz in Krakau mit einem lok. deutschsprechenden Reiseführer, ca. 2 h
• Besuch der Schindler Fabrik
• Besichtigung von Breslau mit einem lokalen deutschsprechenden Reiseführer, ca. 4 h
• Eintritt in die Aula Leopoldina und die Kathedrale
• Tagesreiseleitung Ausflug Kreisau
• Besichtigung von Kreisau mit einem lok. Reiseführer
• Begleitung durch die Europa-Union Karlsruhe
• nationale und lokale Steuern (ausg. unplanmäßige)
• Informationsmaterial & Reiseunterlagen
• Reisepreissicherungsschein

 

Anmeldeschluss: 25.03.2018

 

Anmeldung:
Europa-Union Kreisverband Kassel. e.V.
Andrea Heußner
Breitscheidstr. 51
34119 Kassel
Tel: 0561- 18825
email: heussner-andrea (at) t-online.de

 

Veranstalter im Sinn des Reiserechts:
via cultus Internationale Gruppen- und Studienreisen GmbH,
Märchenstr. 13, 76297 Stutensee

 


30.11.2017

Lesung mit Matthias Kneip in der Buchhandlung am Bebelplatz

Am 22. November 2017 präsentierte Dr. Matthias Kneip sein Buch „Öffnet externen Link in neuem Fenster111 Gründe Polen zu lieben. Eine Liebeserklärung an das schönste Land der Welt“ in der Buchhandlung am Bebelplatz. Im überfüllten Verkaufsraum hat Matthias Kneip das interessierte Publikum mit Witz, Kompetenz und differenzierter Landerkenntnis in seinen Bann gezogen. Das Buch fand bei den Anwesenden an diesem Abend reißenden Anklang. Die HNA schrieb über die Veranstaltung:

 

 

Matthias Kneip ist neben seiner erfolgreichen schriftstellerischen Tätigkeit wissenschaftlicher Mitarbeiter des Öffnet externen Link in neuem FensterDeutschen Polen-Instituts in Darmstadt.