Aktuelle Termine der Europa-Union Kassel

Datum Uhrzeit Veranstaltung Ort
29.03.2026 19.00 Westbalkan im Wartezimmer der EU Palais Bellevue
31.03.2026 18.00 2. Großes EBB-Vorbereitungstreffen Stadtteilzentrum Vorderer Westen, Elfbuchenstraße 3, 34119 Kassel
14.04.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung online
19.04.2026 20.15 Dickes D Staatstheater, TiF-Foyer
26.04.2026 11.00 Tag der Erde Steinweg, Friedrichsplatz
05.05.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung Ort folgt und online
30.05.2026 10-20 Café Schytomyr Bürgersaal, Rathaus Kassel
09.06.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung online
12.-21.06.2026 ganztägig Hessentag Fulda
TT.MM.2026 folgt Preisverleihung Europäischer Wettbewerb folgt
17.06.2026 folgt Veranstaltung anlässlich 35 Jahre Deutsch-Polnischer Freundschaftsvertrag folgt
28.06.2026 folgt Podium zur Wehrpflicht folgt
06.07.-11.07.2026 ganztägig Europäische Bürgerreise 2026 Prag, Tschechien
07.07.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung folgt
11.08.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung Ort folgt und online
15.08.2026 11.00 Jahreshauptversammlung Ort folgt
01.09.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung online
10.-13.09.2026 ganztägig 4. Europäische Bürgerbegegnung Kassel
20.10.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung Ort folgt und online
07.11.2026 folgt Vorstandsklausur folgt
14.11.2026 folgt Landesversammlung Rathaus, Dietzenbach
17.11.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung online
08.12.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung Ort folgt und online
24.01.2027 folgt Neujahrsempfang Rathaus Kassel
20.05.2027 folgt EW folgt

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Sonntag, 29. März, 19 Uhr, Palais Bellevue: Lesung zum Buch Der Westbalkan – Im Wartezimmer der EU

Samstag, 29.03.2026, 19 Uhr,
Remise des Palais Bellevue, Schöne Aussicht 2

Lesung zum Buch Der Westbalkan – Im Wartezimmer der EU, Krsto Lazarević, Franziska Tschinderle und Danijel Majić, moderiert von Boris Mijatović

Der sogenannte Westbalkan, maßgeblich bestehend aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens, ist nicht nur aufgrund des Bürgerkriegs vor 30 Jahren eine komplexe Region in Europa. Mit den Staaten Kroatien und Slowenien, die bereits seit geraumer Zeit Mitglied der EU sind, scheint es zu den übrigen Staaten Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Nordmazedonien und Kosovo eine immer größer werdende Lücke zu geben, die bereits seit Jahren existiert. Aufgrund verschiedener Ursachen bedingt z.B. durch rechtsstaatliche Auflagen der EU an die perspektivischen Beitrittskandidaten stellt das Buch „Der Westbalkan. Im Wartezimmer der EU“ diesen Zustand fest und begibt sich auf Erklärungs- und Deutungssuche.

Seit teilweise mehr als 20 Jahren befinden sich die Beitrittskandidaten in einer Warteschleife. Wie kommt es dazu? Was macht das mit dem Zuspruch der Bevölkerung überhaupt noch Mitglied werden zu wollen? Welche Gefahren lauern in diesem Schwebezustand? Welche anderen Einflusskräfte haben bereits oder versuchen ihren Einfluss in der Region auszuweiten? Mit Blick auf bestehende Nationalismen: Wie bereit sind diese Staaten auch in rechtsstaatlichem Sinne der EU beizutreten? Welche Gefahren bestehen, wenn die EU die restlichen Westbalkanländer nicht aufnehmen sollte?


 

Dienstag, 31. März, 18 Uhr: 2. Großes EBB-Vorbereitungstreffen


 


 

Die Europäische Bürgerbegegnung 2026 findet vom 10. bis zum 13. September statt

Zum vierten Mal veranstaltet der Kreisverband Kassel eine Europäische Bürgerbegegnung (EBB) in der Nordhessen Metropole. Unter dem Motto „Our Europe – United in Diversity“ findet die EBB 2026 vom 10. bis zum 13. September statt und thematisiert verschiedene Aspekte von Vielfalt.

Die 160 Teilnehmenden erwartet bei der viertägigen Veranstaltung (Donnerstag bis Sonntag) ein reichhaltiges Workshop-Angebot mit einem bunten Rahmenprogramm. Neben der Europa-Party wird es am Samstagnachmittag eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Europas Stärke in unsicheren Zeiten: Wie halten wir zusammen, wenn andere uns trennen wollen?“ geben.

Gäste aus Polen, England, Finnland, Italien und Spanien sind bereits angekündigt. Die Gäste übernachten in Gastfamilien. Let’s get together: Informationen zum Programm gibt es auf der Website: www.kassel-ebb.eu 


 

 

Besuch der Delegation aus Schytomyr im Rahmen der Städtepartnerschaft

„Die Partnerschaft mit Kassel ist keine Frage von Symbolen. Es geht um Menschen und konkrete Schritte: gemeinsame Projekte, Austauschprogramme und Kultur als Stütze für die Gemeinschaft in Zeiten des Krieges.

Die Unterstützung Europas für die Ukraine ist heute nicht nur Solidarität, sondern eine Investition in Freiheit, Resilienz und eine gemeinsame Zukunft. Wenn Europa an unserer Seite steht, können wir nicht nur standhalten, sondern uns auch weiterentwickeln.“

Ilona Kolodii, Leiterin des Kulturamtes der Stadt Schytomyr 

Um die neubegründete Städtepartnerschaft mit Schytomyr in der Ukraine mit Leben zu füllen hat die Europa Union Kassel e. V. die Leiterin des dortigen Kulturamtes, Ilona Kolodii, sowie ihre Stellvertreterin Olena Halitska zu einem Besuch eingeladen. Dieser war geprägt von intensiven Gesprächen, inspirierendem Austausch und vielen neuen Impulsen für die zukünftige Zusammenarbeit. Nadiia Kolman, stellvertretende Vorsitzende der Europa-Union, begleitete die Delegierten während des gesamten Aufenthalts.

Den Auftakt bildete ein Treffen mit dem Leiter des Kasseler Kulturamtes Martin Bach. In konstruktiver Atmosphäre wurde über mögliche Kooperationen in den Bereichen Kunst, Musik und Kultur gesprochen. Beiden Seiten war bewusst, wie wichtig der kulturelle Dialog für eine lebendige Städtepartnerschaft ist. Anschließend besuchte die Delegation einige Kultureinrichtungen der Stadt: die Grimmwelt, wo Frau Ronge die Gäste durch die Ausstellung führte, die Musikakademie der Stadt Kassel „Louis Spohr“, wo Dr. Gries, der Direktor der Musikakademie, die Delegation mit einem kleinen, eigens für sie organisierten Konzert überraschte, und das Museum Fridericianum. Besonders beeindruckt zeigten sich die Gäste von den kreativen und interaktiven Angeboten für Kinder in der Grimmwelt und der modernen Ausstattung und den vielfältigen Möglichkeiten für musikalische Bildung in der Musikakademie.

Beim anschließenden Besuch bei dem Geschäftsführer der documenta, Prof. Dr. Hoffmann, tauschten sich beide Seiten über zukünftige Projekte und neue Ansätze für kreative Kooperationen aus. Am Samstag besuchte die Delegation die Brüder Grimm-Gesellschaft, wo Dr. Lauer einzigartige Sammlungsstücke sowie besondere Werke der Grimm Familie präsentierte und dabei spannende Einblicke in deren Entstehung und Bedeutung gewährte. 

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war das Treffen mit dem Organisationsteam der Veranstaltung „Café Schytomyr“, die am 29. und 30. Mai 2026 stattfinden wird, und die ukrainische Partnerstadt den Einwohnern:innen von Kassel näherbringen soll. In diesem Rahmen sind eine Ausstellung über Schytomyr, ein Literaturworkshop, eine Lesung, ein Konzert, ein Forum zum Jugendaustausch, eine Filmvorführung und mehrere Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen geplant.

Den Abschluss der Delegationsreise bildete der gemeinsame Besuch der Veranstaltung im Staatstheater „Wahrheit spricht mit Fakten: Berichte aus der Ukraine“. Alle diese Begegnungen haben gezeigt, wie lebendig eine Städtepartnerschaft sein kann. Der intensive Austausch und die vielen neuen Ideen bilden eine hervorragende Grundlage für zukünftige gemeinsame Projekte.


 

Veranstaltungsbericht: Vier Jahre Krieg gegen die Ukraine

Von Felix Kraft, Landesbeauftrage der Konrad Adenauer Stiftung Hessen

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung am 26. Februar 2026

Sechs ukrainische Frontsoldaten und Elwira Niewiera zu Gast in Kassel.

Vier (eigentlich schon zwölf) lange und entsetzliche Jahre überzieht Russland nun schon die Ukraine mit Gewalt, Tod, Zerstörung und Raub. Ein Krieg vor unserer Haustür, ein Krieg auch gegen Europa. Über Nacht wurden und werden Leben zerstört oder ausgelöscht und Lebensplänen unvorstellbare Änderungen aufgezwungen. Nach Begrüßung und Einführung durch Felix Kraft (KAS) und Bozena Meske (Europa-Union), in denen sie die Besonderheit der Veranstaltung hervorhoben, stellten sich die sechs ukrainischen Soldaten vor. Sie meldeten sich als Zivilisten – als Arzt, Autor, Regisseur, Historiker, Museumsmitarbeiter, Student – freiwillig, um an der Front zu kämpfen. Eindrucksvoll berichteten sie von ihren Erlebnissen, Traumata und Entbehrungen und gaben der Realität von Krieg damit mehr als nur ein Gesicht.

Sie dienen in einem Sturmregiment, der „Feuerwehr der Front“. Anhand eines Films zeigten sie, wie ein Einsatz gegen die Invasoren aussieht. Plötzlich war das Publikum nicht mehr nur abstrakt, sondern ganz konkret dabei. Klar sei, dass Drohnen das Mittel des Krieges seien, aber dieser ohne Infanterie trotzdem nicht auskomme. Im Augenblick gelänge es zwar, die Stellung gegen eine überlegene russische Armee zu halten, aber den Krieg könne man nicht in der Verteidigung gewinnen – dazu bräuchte es Offensivwaffen, die der Westen dringend liefern müsse. Einerseits hätten sie keine andere Wahl, als zu kämpfen, andererseits mache es sie auch Stolz, ihre Pflicht zu erfüllen und das Land und ihre Familien, aber auch die anderen europäischen Staaten zu verteidigen.

Im zweiten Teil des Abends erweiterte die preisgekrönte polnische Dokumentarfilmregisseurin und Drehbuchautorin sowie Trägerin des Deutsch-Polnischen Preises für ihr zivilgesellschaftliches Engagement für die Ukraine sowie ihre Verdienste um den deutsch-polnischen Dialog Elwira Niewiera die Perspektive auf den Krieg mit dem Blick auf das unvorstellbare Leid der Zivilbevölkerung, insbesondere der ukrainischen Frauen: Folter, Exekutionen, Vergewaltigungen, Kinderraub als systematische Waffen. Sie beschrieb, wie Russland auch Kälte als Waffe einsetze und gezielt zivile Infrastrukturen angreife, nicht zuletzt die Energieversorgung. Sie beklagte eine verbreitete Täter-Opfer-Umkehr im Westen und den ausbleibenden politischen Druck auf den Aggressor. Im Gegenteil: auch Deutschland mache immer noch ein Milliardengeschäft mit Russland und finanziere damit Putins Krieg gegen die Ukraine. Das Verhalten der USA nannte sie einen „moralischen Untergang und strategische Korruption“. Europa wisse noch immer nicht, was es wolle – wo bleibe eine klare Strategie und Zielsetzung? Was müsse noch alles geschehen, bis man die Ukraine endlich mit präzisen Waffen ausstatte? Nur so könne der Krieg beendet und damit Menschenleben gerettet werden. Man müsse sich eingestehen: Russland wolle keinen Frieden und führe längst auch einen hybriden Krieg durch Desinformationen, Manipulation, Parteienfinanzierungen, Sabotagen etc. hier. Währenddessen töte der Krieg nicht nur an der Front, sondern auch durch Stress, Angst Traumata und Kälte, leide die Ukraine auch durch die vielen ungeborenen Kinder. 70 Prozent der Ukrainer hätten bereits jemanden aus ihrem Umfeld im Krieg verloren. Elwira Niewiera mahnte: Kriegsverbrechen gehörten sanktioniert und Russland müsse in Gänze scheitern, sonst könne „Cherson morgen Berlin sein“ – wir seien schon zu spät dran.

Die Veranstaltung rundete ein Podiumsgespräch mit Beteiligung des Publikums ab, moderiert vom Sicherheitsexperten Jürgen Fischer. Neben den sechs Soldaten und Elwira Niewira nahm mit Oberst Thomas Blum, Standortältester und Regimentskommandeur des Kampfhubschrauberregiments 36 in Fritzlar auch ein Vertreter der Bundeswehr teil. Er verwies auf die Aktivitäten der NATO und die Ausbildung ukrainischer Soldaten bei der Bundeswehr, gab aber auch zu, noch nicht kriegstauglich zu sein. Man lerne viel von der Ukraine, insbesondere eine neue Art der Kriegsführung. Die ukrainischen Soldaten bestätigten: Krieg bestehe heute aus einzelnen, kleinen, schnellen Manövern und Drohnen seien zentral für die Kampfhandlungen – aber Technologie sei nicht alles. Europa müsse aufwachen, die Friedenszeit sei vorbei, der Kontinent stehe bereits als Ganzes im Krieg.