Aktuelle Termine der Europa-Union Kassel

Datum Uhrzeit Veranstaltung Ort
12.-21.06.2026 ganztägig Hessentag Fulda
26.06.2026 folgt Preisverleihung Europäischer Wettbewerb folgt
06.07.-11.07.2026 ganztägig Europäische Bürgerreise 2026 Prag, Tschechien
11.08.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung Stiftung Hundertfach, Ruhlstraße 9, 34117 Kassel und online
15.08.2026 11.00 Jahreshauptversammlung Lossehaus, Mittelstr. 20, 34260 Kaufungen
01.09.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung online
10.-13.09.2026 ganztägig 4. Europäische Bürgerbegegnung Kassel
20.10.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung Stiftung Hundertfach, Ruhlstraße 9, 34117 Kassel und online
04.-08.11.2026 ganztägig Geschichte im Dialog 5 Ort folgt
14.11.2026 folgt Landesversammlung Rathaus, Dietzenbach
17.11.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung online
21.11.2026 folgt Vorstandsklausur folgt
08.12.2026 18.00 Aktiven-, Vorstands- und Interessiertensitzung Ort folgt und online
24.01.2027 folgt Neujahrsempfang Rathaus Kassel
20.05.2027 folgt EW folgt

Hier können Sie unseren Imageflyer herunterladen. Spendenkonto mit der IBAN DE 46 5205 0353 0203 0018 77 bei der Kasseler Sparkasse (HELADEF1KAS)

 


 

Café Schytomyr − Ein Wochenende im Zeichen des Austauschs

In Anlehnung an die große Ukraine Unterstützungsveranstaltung Café Kyiv in Berlin fand am vergangenen Wochenende in Kassel das Café Schytomyr statt, organisiert von der Europa Union Kassel e.V. und Offen für Vielfalt. Dabei wurden Delegationen aus Kassels neuster Partnerstadt Schytomyr in der Ukraine und Schytomyrs polnischer Partnerstadt Gdynia in Kassel willkommen geheißen. 

Die Veranstaltung hatte zum Ziel, diese neue städtepartnerschaftliche Verbindung mit Leben zu füllen. In Podiumsdiskussionen und beim Fachaustausch konnten sich 150 interessierte Kasseler Bürgerinnen und Bürger einen konkreten Eindruck von Schytomyr machen und erfuhren, wie das Leben in einer Stadt funktioniert, die dem Krieg trotzt. 

Der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev war extra aus Berlin angereist und schilderte seine Perspektive auf die aktuelle Lage in der Ukraine. Er sprach seinen Dank für die Unterstützung aus Deutschland aus und verwies dabei auch für die militärische Unterstützung, die mitunter speziell in Kassel produziert werde.

Das Programm begann am Freitagabend mit einer Filmvorführung „Der lange Februar“ im Gloria Kino. Der Film dokumentiert den russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 und die darauffolgende Besetzung der Stadt Butscha. 60 Gäste waren der Einladung gefolgt und konnten im Nachgang einem Fachgespräch mit Regisseur Michael Stadnik und mit Dr. Liubov Krupnyk vom Dokumentationszentrum des russisch-ukrainischen Krieges im Nationalmuseum der Geschichte der Ukraine in Kyiv die bewegenden Eindrücke des Films diskutieren.

Der Samstag stand im Zeichen des Kennenlernens und des Austauschs. Im Kasseler Rathaus, unter Schirmherrschaft und nach Begrüßung durch Oberbürgermeister Sven Schoeller sowie dem stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Schytomyr Oleh Smal und dem stellvertretenden Präsidenten der Stadt Gdynia Tomasz Augustyniak und der Vorsitzenden der Europa Union Bożena Meske, wurde im Rahmen einer Paneldiskussion zu den gemeinsamen Werten, Zielen und Potenzialen der Zusammenarbeit die Beziehung der Ukraine zur Europäischen Union von Botschafter Makejew, Bundestagsabgeordnetem Boris Mijatovic und Dr. Oleksandra Keudel von der Kyiv School of Economics, moderiert durch Viola von Cramon, facettenreich diskutiert. Frau Keudel erzählte, wie Demokratie unter Kriegsbedingungen funktionieren kann und erzählte von Bürgerrat, der in Schytomyr das Konzept der Verkehrsinfrastruktur erarbeitet hatte. Das ist demokratische Beteiligung vom feinstem und sicherlich auch in Kassel nachahmenswert.

Anschließend zeigte ein Fachvortrag von Dr. Yulia Kravchenko von der Nationalen Universität Kyiv-Mohyla Akademie in Kyiv, wie die deutsch-polnisch-ukrainische Geschichte die Zusammenarbeit der Länder prägte und bis heute beeinflusst. Diese gemeinsamen Erfahrungen bilden ein Fundament, auf dem es sich heute weiteraufzubauen lohnt.   

Die interessierten Anwesenden konnten im Nachgang an 8 verschiedenen Panels teilnehmen. Es wurde über den Zivilschutz und veränderte Kriegsführung diskutiert, Igor Kąkolewski, der Leiter des Zentrums für Historische Forschung in Berlin stellte Materialien da, mit den in der Schule ein sachgerechter Unterricht über die Geschichte der Ukraine angeboten werden kann, Dr. Renate Petzinger gemeinsam mit Viktoria Rozentsveih widmeten sich den Themen Kunst unter Extrembedingungen und ukrainische Künstlerinnen auf der documenta. Um die Sparte Literatur kümmerten sich die Kasseler Verlegerin Eva Reichenberger, Dr. Alexander Kratochvil, der u.a. die Werke von Oksana Sabuschko ins Deutsche übertragen hat, und Artur Weigandt, der aus seinem Buch „Für Euch wurde ich kämpfen“ las. Gäste aus Dortmund und Gdynia, den weiteren Partnerstädten von Schytomyr, diskutierten mit interessierten Kassler:innen über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei der Unterstützung ihrer ukrainischen Partnerstadt. Die Stadtverordnetenvorsitzende, Dr. Martina van den Hövel-Hanemann, die im August 2025 an der Delegationsreise nach Schytomyr teilnahm, bot eine Führung durch die Ausstellung über Schytomyr im Eingangsbereich der Stadtbibliothek. Diese kann bis Ende Juni besichtigt werden. 

Der Abend klang mit einer Lesung „Ich werde die Handschellen zerreißen“ von Olena Piekh und Elwira Niewiera mit musikalischer Begleitung aus. Die Gedichte verarbeiten die Erfahrungen der Künstlerin, die sechs Jahre russische Gefangenschaft, geprägt von Folter und sexualisierter Gewalt überlebte. Dieser Abend wurde in Zusammenarbeit mit den Ukrainern in Kassel und Umgebung vorbereitet.

Da bei so einer internationalen Zusammensetzung die Lingua franca immer wieder Verhandlungssache ist, wurde die Veranstaltung durch 6 Dolmetscher begleitet.

Die Brencher Buchhandlung bot einen Büchertische mit Literatur über Ukraine, sowie mit übersetzten Werken ukrainischer Autoren an.

Die Veranstaltung wurde finanziell unterstützt durch die Stadt Kassel, die Kasseler Sparkasse, die Hessische Staatskanzlei, das Kulturreferat für Russlanddeutsche, die Dieter von Waitz Fundation, das Polnische Generalkonsulat in Köln und den Landesverband der Europa Union Hessen.

Im Vorfeld von Café Schytomyr besuchte die ukrainische Delegation verschiedene Institutionen in Kassel kennen: die Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg, die für den Zivilschutz zuständige Abteilung im Rathaus, die GWG Kassel und das INTERIM-Theater. Besonders emotional war der Besuch beim Ukrainischen Haus, wo die Kinder eine Tanzaufführung vorbereiteten und Briefe für Kinder von Schytomyr überreichten.

Gefördert durch ...

… das Kulturreferat für Russlanddeutsche aus den Mitteln des Bundesministeriums des Inneren

… das Generalkonsulat der Republik Polen in Köln

… Jacob Waitz Industrie GmbH

… die Hessische Staatskanzlei

… die Kasseler Sparkasse

… das Polnische Konsulat

… die Stadt Kassel


 

Die Europäische Bürgerbegegnung 2026 findet vom 10. bis zum 13. September statt

Zum vierten Mal veranstaltet der Kreisverband Kassel eine Europäische Bürgerbegegnung (EBB) in der Nordhessen Metropole. Unter dem Motto „Our Europe – United in Diversity“ findet die EBB 2026 vom 10. bis zum 13. September statt und thematisiert verschiedene Aspekte von Vielfalt.

Die 160 Teilnehmenden erwartet bei der viertägigen Veranstaltung (Donnerstag bis Sonntag) ein reichhaltiges Workshop-Angebot mit einem bunten Rahmenprogramm. Neben der Europa-Party wird es am Samstagnachmittag eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Europas Stärke in unsicheren Zeiten: Wie halten wir zusammen, wenn andere uns trennen wollen?“ geben.

Gäste aus Polen, England, Finnland, Italien und Spanien sind bereits angekündigt. Die Gäste übernachten in Gastfamilien. Let’s get together: Informationen zum Programm gibt es auf der Website: www.kassel-ebb.eu